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Meditationsformen

Die Vergegenwärtigung des Atems

Wie der Name schon vermuten lässt, wählt man in dieser Technik den Atem als Objekt der Sammlung. Der Übende richtet seine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen des Atemflusses, ohne diesen in irgendeiner Weise zu beeinflussen.

Dabei bemerkt man schnell die natürliche Neigung des Geistes von einer Sache zur anderen zu springen. Wenn du das bemerkst, kehre einfach zu deinem Atem zurück.

Die Vergegenwärtigung des Atems hilft Achtsamkeit oder Gewahrsein zu entwickeln, die eine Schlüsselrolle im buddhistischen Übungssystem darstellen. Sie ist auch ein hervorragendes Gegenmittel gegen Rastlosigkeit, Nervosität und Zerstreutheit, hilft sich zu entspannen und wirkt sich positiv auf die gesamte körperliche und geistige Verfassung aus.

Die Übung selbst wird bei uns (in der Triratna-Bewegung) in vier Abschnitten unterrichtet, wobei das Zählen der Atemzüge als Hilfsmittel zur Konzentration eingesetzt wird:


1. Phase: Zählen bis 10 nach jedem Atemzug

2. Phase: Zählen bis 10 vor jedem Atemzug

3. ohne zu zählen den Atem beobachten

4. Beobachtung des Punktes, an dem der Atem zuerst gespürt wird, in der Regel unter der Nase

 

„Das was du heute denkst, wirst du morgen sein.“

(Der Buddha)

 

Die Metta Bhavana (Entwicklung liebevoller Güte)

Die Metta Bhavana ist eine traditionelle Meditationsform, die dem Übenden hilft, eine Haltung von emotionaler Positivität und echtem Wohlwollen sich selbst und anderen gegenüber zu entwickeln. Das Pali-Wort Metta bedeutet in etwa Liebe (im nicht-romantischen Sinne), Freundlichkeit oder Herzensgüte. Es ist eine tief empfundene Haltung von Wohlwollen, der auf­richtige und von Eigeninteressen freie Wunsch nach dem Wohlergehen eines anderen.

Wir (die Triratna-Gemeinschaft) unterrichten die Metta Bhavana in fünf Abschnitten:

1. Zu Beginn entwickelst du ein Gefühl von Freundlichkeit und Wohlwollen dir selbst gegenüber. Verschiedene Methoden können helfen, diese von Herzen empfundene Freundlichkeit zu wecken, wenn sie sich nicht spontan einstellt: Bilder (z.B. die Vorstellung von Licht durchflutet zu werden); Sätze (z.B. "Möge ich glücklich sein!"); Erinnerungen an Momente, in denen du dich in tiefer Harmonie fühltest u.v.m.

2. Im zweiten Abschnitt stellst du dir einen Menschen vor, der dir nahe steht und lässt auch zu diesem Menschen Gefühle von Freundlichkeit fließen.

3. Im dritten Abschnitt dehnst du diese Haltung auf jemanden aus, der dir normalerweise gleichgültig ist, und

4. im vierten Abschnitt sogar auf jemanden, den du nicht magst. Dabei geht es nicht darum, eine beste­hen­de Abneigung "wegzureden", sondern den betreffen­den Menschen in größerem Zusammenhang zu sehen: mit all seinen Schwächen, aber auch mit all seinen positiven Qualitäten, seiner Sehnsucht nach Glück etc.

5. Im letzten Abschnitt lässt du deine liebevollen Gefühle frei ausströmen, zu allen Menschen und allen empfindenden Lebewesen, soweit deine Vorstellungskraft dich trägt.

Die Metta Bhavana ist keine Übung in Autosuggestion, es geht also keinesfalls darum, sich irgendwie einzureden, alle Menschen seien nett und sympathisch. Es geht vielmehr darum, die eigenen Gefühle zunächst einmal unvor­ein­genommen kennen zu lernen und zu erleben, und dann zu lernen, sie sanft zu entspannen und zu öffnen. Die Früchte der Übung sind ein größeres Einfühlungsvermögen und eine positivere Einstellung sich selbst und anderen gegenüber. Diese Übung kann eine dramatisch positive Wirkung auf Konfliktsituationen haben! Sie ist auch ein hervorragendes Gegenmittel gegen Gereiztheit, schlechte Laune und gegen eine harte, überkritische Haltung sich selbst und anderen gegenüber.

 

„Du lächelst – und die Welt verändert sich.“ 

(Der Buddha)